Kennzeichnungspflicht von Kajaks und Kanus

Kennzeichnungspflicht, Laminiertes Schild mit Bootsnamen, mit Klebeband am aufblasbaren Kajak festgeklebt
Stand: November 2025 | Dieser Ratgeber wurde inhaltlich geprüft und aktualisiert.

Ist man mit seinem Kanu oder Kajak auf deutschen Gewässern unterwegs, muss man so einiges beachten. Von Befahrungsverboten über Uferbetretungsverbote bis zur Kennzeichnungspflicht gibt es je nach Gewässer ganz unterschiedliche Anforderungen. In den folgenden Abschnitten erfährst du alles Wichtige zu den geltenden Regelungen rund um die Kennzeichnungspflicht und den Bootsnamen, und wie du dein Kajak oder Kanu korrekt beschriftest.

Achtung, die folgenden Aussagen stellen lediglich meine persönliche Interpretation der entsprechenden Verordnungen dar und sind keine rechtliche Beratung!

Wann muss ich mein Kajak oder Kanu kennzeichnen, bzw. wo brauche ich einen Bootsnamen?

Auf Binnenschifffahrtsstraßen in Deutschland besteht die Pflicht zur Kennzeichnung von Kajaks und Kanus. Diese Pflicht ergibt sich aus § 2.02 der Binnenschifffahrtsstraßenordnung (BinSchStrO). In der Praxis sind dies alle Schifffahrtskanäle, sowie sonstige Flüsse, welche als Bundeswasserstraße bzw. Binnenwasserstraße deklariert sind. Dies können Großgewässer, wie der Rhein sein. Aber auch kleinere Flüsse, von denen man es nicht unbedingt erwarten würde, können Binnenwasserstraße sein, wie z.B. die Lahn. Eine Liste dieser Gewässer findet man z.B. auf Wikipedia. Ich war auch schon selber auf solchen Gewässern (z.B. Fulda, Mecklenburgische Seenplatte) unterwegs. Hier findest du dazu die Tourenberichte zum nachpaddeln.

Provisorische Kennzeichnung mit laminierten Schildern – EINS

Was sind die Anforderungen an die Kennzeichnung?

  • Name des Boots: Der Name des Bootes oder die Abkürzung des zugehörigen Vereins muss außen in gut lesbaren, mindestens 10 cm hohen lateinischen Buchstaben aufgebracht sein. Die Schrift sollte in Kontrast zur Oberfläche stehen (helle Buchstaben auf dunklem Hintergrund oder dunkle Buchstaben auf hellem Hintergrund).
  • Name und Anschrift des Eigentümers: Diese Informationen müssen entweder außen oder an einer gut sichtbaren Stelle im Inneren des Bootes angebracht werden. Dies kann durch ein Schild oder durch Beschriftung mit wasserfesten Farben erfolgen.

In den Weiten des Internets liest man oft, dass der Bootsname dauerhaft am Boot angebracht sein müsse. Meines Erachtens bezieht sich das Wort dauerhaft in § 2.02 BinSchStrO nicht auf die Art der Anbringung der Buchstaben, sondern auf die Durchgängigkeit der Kennzeichnung während des Aufenthalts auf Binnenschifffahrtsstraßen. Somit sollte eine abnehmbare Kennzeichnung in Form von bedruckten Planen, wie ich sie selber verwende, durchaus zulässig sein. Ich hatte auf diese Art zumindest bislang keinerlei Probleme, habe aber auch noch keine bewusste Kontrolle miterlebt. Ob meine Art der Kennzeichnung bereits eine Überprüfung per Fernglas überstanden hat, weiß ich natürlich nicht.
Die gleiche Interpretation scheint die Bundeswasserpolizei in Sachsen zu vertreten, wie man diesem Artikel entnehmen kann. Dort gibt ein Sprecher der Bereitschaftspolizei die folgenden Tipps:

„Am Schlauchboot eignen sich natürlich Aufkleber oder wasserfeste Beschriftungen am besten. Es wurden aber auch schon mit Bindfäden befestigte Schilder verwendet.“

Gibt es Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht?

Surfbretter sind von dieser Regelung ausgenommen. SUP-Boards sind in der Verordnung nicht explizit erwähnt, werden aber den Surfbrettern gleichgestellt und sind somit ebenfalls nicht kennzeichnungspflichtig. Alle anderen muskelkraftbetriebenen Boote, einschließlich Kajaks und Kanus, unterliegen auf den entsprechenden Gewässern einer Kennzeichnungspflicht.

Gibt es weitere Gewässer, auf denen mein Kajak einen Bootsnamen benötigt?

Ja, einige Bundesländer, wie Brandenburg, haben zusätzliche Vorschriften zur Kennzeichnung von Kajaks und Kanus, auch außerhalb der Bundeswasserstraßen. (siehe https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lschiffv). Auch kann für einzelne Gewässer eine eigene Kennzeichnungspflicht bestehen.
In Sachsen gibt es ebenfalls eine Liste von Gewässern, auf denen eine Kennzeichnung gemäß BinSchStrO Vorschrift ist (Sächsiche Schifffahrtsverordnung). Am besten informiert man sich vorab über die Bestimmungen und Regelungen des jeweiligen Gewässers. Eine erste gute Quelle ist hier die Canua-App des Deutschen Kanu Verbands (DKV).

Was ist der Sinn der Kennzeichnung?

Der außen angebrachte Bootsname dient der Wasserschutzpolizei zum Ansprechen des Bootführers. Der Bootsname ist natürlich die auffälligere der Kennzeichnungen. Meiner Meinung nach weitaus wichtiger ist allerdings die Halterkennzeichnung. Unzureichend gekennzeichnete Boote können zu Problemen führen, insbesondere im Falle eines Unfalls oder bei herrenlos aufgefundenen Booten. Durch eine Halterkennzeichnung, im Idealfall mit Telefonnummer, kann die Wasserschutzpolizei so schnell abklären, ob das Boot lediglich abgetrieben ist und die Insassen wohlauf sind, oder aber ob eine kostenintensive Such- und Rettungsaktion gestartet werden muss. Die ordnungsgemäße Halterkennzeichnung hilft, solche Situationen zu vermeiden und kann im Notfall die schnelle Rückführung des Bootes an den Eigentümer erleichtern. Eine Telefonnummer im Boot anzubringen, macht also grundsätzlich auf jedem Gewässer Sinn.

Was passiert, wenn ich mein Kajak oder Kanu nicht kennzeichne?

Sollte in einer Kontrolle ein nicht gekennzeichnetes Boot auffallen, so stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem entsprechenden Verwarngeld geahndet werden. Und zwar sowohl für den Bootsführer als auch für den Eigentümer. Meines Wissens befindet sich das Bußgeld dabei im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich.

Kennzeichnungspflicht für Kajaks, Bootsname auf bedruckter PVC Plane
Kennzeichnungspflicht für Kajaks: Bootsname auf bedruckter PVC Plane mit eingeklebten Schnürsenkeln

Bootsname und Halterkennzeichnung am aufblasbaren Kajak in der Praxis

Anfangs habe ich einlaminierte bedruckte Zettel mit Klebeband an den Booten befestigt. Als dauerhafte Lösung hat mir dies nicht gefallen. Bei mehrtägigen Touren löst sich das Klebeband langsam ab, die laminierten Zettel sind scharfkantig.
Mittlerweile nutze ich bedruckte PVC-Planen, die ich bei Bedarf an meinen Luftbooten anbringe. Ich habe mir dafür eine „normale“ Druckerei gesucht und bin nach Preisvergleich bei printfactory.de gelandet. Für die Kennzeichen für zwei Boote habe ich im Jahr 2022 inklusive Versand insgesamt 17,02 € bezahlt. Allerdings auch nur, weil ich je Boot 4 Banner bestellt habe. Bei nur 2 wäre es durch den Mindermengenzuschlag teurer gewesen. Jetzt habe ich also noch 2 Ersatzschilder je Boot …
Bei einer solchen Druckerei muss man die Bilddatei selber nach den Vorgaben der Druckerei erzeugen. Um die Planen am Boot befestigen zu können, habe ich den oberen Rand umgeknickt und dort zwei Schnürsenkel eingeklebt.

Die einfachere Alternative sind bedruckte PVC Planen mit Ösen, welche bei den üblichen Verdächtigen Online-Printshops, z.B. bei myposter.com erhältlich sind. Diese Onlineshops haben dann auch in der Regel einen einfachen Vorlagengenerator auf ihrer Homepage, sind dafür aber meist auch etwas teurer.

Die Halterkennzeichnung habe ich über eine gravierte Hundemarke * gelöst, welche mit einem Karabiner am Boot (z.B. dem hinteren Tragegriff) befestigt wird. Alternativ kann man auch bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gegen Spende Adressaufkleber bekommen. Diese sind zwar ursprünglich für Kites gedacht, halten aber auch am Luftboot.


Bürokratie erledigt? Behalte den Überblick!

Dieser Artikel ist ein zentraler Baustein meines 5-Schritte Kajak Start Guides. Du weißt jetzt alles über die Kennzeichnungspflicht und wie du dein Boot legal kennzeichnest (Schritt 4). Nutze den Guide als roten Faden, und informiere dich umfassend über die richtige Bootswahl (Schritt 2) ,die wichtigste Paddel-Ausrüstung (Schritt 3) und finde Vorschläge für deine erste Paddel-Tour (Schritt 5).

» Zurück zur 5-Schritte Guide Übersicht

Gut vorbereitet auf die nächste Tour

Die Kennzeichnung ist klar? Perfekt. Ob du nun eine Bundeswasserstraße befährst oder einen ruhigen See – hier findest du die passende Ausrüstung und Inspiration für deine nächsten Touren.

Diskussionen zum Artikel

6 Responses

  1. Es wäre schön wenn das eingehalten würde. Die Kanus an der Fränkischen Saale haben keine Kennzeichnung und verlassen immer wieder die Saale unterwegs und nicht an der Ausstiegsstellen, fahren auch über die Wehre.

    1. Hallo ph,

      die Fränkische Saale ist keine Bundeswasserstraße, auch konnte ich in den Befahrungsregeln https://www.kanu.de/FREIZEITSPORT/Befahrungsregeln-75607.html keine Kennzeichnungspflicht finden. Auf der Fränkischen Saale benötigt es also keinen Bootsnamen.
      Wo, wer, wann die Saale verlässt oder nicht, da kann ich relativ wenig zu sagen. Aber es wird so sein wie überall im Leben: Auch Kanuten sind ein gesellschaftlicher Querschnitt und wie in allen Bereichen des Lebens: Manche befolgen die Regeln, manche nicht. Sonst bräuchte es keine Geschwindigkeitsmessungen auf den Straßen, Ticketkontrollen im Zug, …
      Manchmal hat man aber auch keine andere Wahl. Auch ich musste die Fränkische Saale aufgrund von Baumhindernissen schon mittendrin verlassen …
      Liebe Grüße 😊

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert