Er ist ein echtes Multitalent: Man kann den Eckla Beach Rolly als Kajakwagen zum Umkarren von Booten, aber auch als bequeme Sackkarre für das verpackte Kanu und die Ausrüstung bei An- und Abreise nutzen. Und als Sitz ist er natürlich auch noch zu gebrauchen. Doch viele Paddler kennen das Problem: Beim Laden oder Transport des aufgebauten Bootes klappt der Wagen plötzlich zusammen oder das Kajak verrutscht unterwegs.
Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du den Eckla Beach Rolly für beide Zwecke – besonders für den Transport des aufgebauten Kajaks – optimal nutzt.
I. Nutzung als Bootswagen: Das aufgebaute Kajak transportieren
Dieser Abschnitt löst die klassischen Probleme beim Beladen und Transportieren von Kajak, Luftboot, Faltboot und Co. – beispielsweise bei einer Portage oder beim Transport über lange Strecken, zum Beispiel zum Campingplatz.
1. Trick: Den Eckla Beach Rolly stabilisieren (Anti-Kollaps-Methode)
Das Problem beim Zusammenklappen entsteht, weil der Wagen zusammenlegbar ist und so leicht nach innen einknicken kann. Dies ist der wichtigste Trick, um den Rolly komplett auszusteifen:
- Hinteren Bügel einklappen: Klappe den hinteren, hohen Bügel des Eckla Beach Rolly auf die Sitzfläche (oder Ladefläche) des Wagens.
- Wirkung: Durch diese Fixierung stützt der Bügel den Wagen von innen – er kann nicht mehr zusammenklappen. Dein Beach Rolly wird dadurch geländetauglich und fällt nicht mehr in sich zusammen. Weder beim Aufladen, noch beim Karren über Hindernisse, wie Bordsteinkanten und ähnlichem.

2. Trick: Richtiges Positionieren für das Beladen (Der Schwenk-Trick)
Das Beladen des Kajaks ist einfacher, wenn du den stablisierten Wagen (auf Sitzfläche geklappter Bügel) intelligent positionierst. So kannst du auch gut den Eckla Beach Rolly alleine laden:
- Stützbügel ausfahren: Fahre den vorderen, kleineren Stützbügel aus.
- Seitlich und Schräg: Stelle den Rolly seitlich neben das Kajak, sodass er ungefähr auf Höhe der Bootsmitte steht.
- Wichtig: Nicht parallel! Stelle den Karren leicht schräg mit der hinteren Achse vom Boot weg.
- Hochschwenken: Hebe das Boot an der Spitze (Bug oder Heck) an und schwenke es über den Rolly. Wenn der Wagen vorher schräg stand, sitzt er am Ende gerade unter dem Boot, sobald du es ablässt. Ist das Boot zu schwer beladen, kannst du etwas Gepäck aus Bug und Heck ausladen, um so das Boot einfacher anheben zu können.
- Selbstausrichtung: Beim Ablegen des Bootes richtet sich der Rolly durch das Gewicht von selbst unter dem Kajak aus.
- Ausbalancieren: Es empfiehlt sich das Gewicht auszubalancieren, schließlich soll der Wagen das Gewicht beim umkarren tragen, nicht der Paddler. Und bei Luftbooten kann es -je nach Modell – ratsam sein, die schwersten Packsäcke aus Bug und Heck für den Tarnsport über dem Kajakwagen zu positionieren, damit das Boot nicht bananenförmig an den Spitzen herunterhängt.

3. Trick: Das Boot sicher verzurren – Mit festen Ankerpunkten
Für einen sicheren Transport, der auch hohe Hindernisse mühelos überwindet, ist die Fixierung essenziell.
- Vermeide Gummispanner: Ich habe mit diesen keine gute Erfahrung gemacht. Sie sitzen meist zu locker, sodass das Boot auf dem Wagen hin und her rutschen kann, oder sich der Rolly bei unwegsamem Geländer sogar unter dem Boot wegdreht, was die komplette Fuhre auf die Seite kippen lässt. Nutze stattdessen einfache Spanngurte. Diese kannst du vernünftig festziehen, sodass dein Kajak stabil auf dem Bootwagen liegt. Ich habe mir übrigens Karabiner an meine Spanngurte genäht. So kann ich diese schnell und bequem an den Enden einklinken und gut von oben festziehen. Eine kurze Anleitung dazu findest du in diesem Video:
- Profi-Tipp: Feste Ankerpunkte: Installiere Schlaufen mit vernähten D-Ringen am Gestänge des Beach Rolly. So hast du immer einen idealen und stabilen Ankerpunkt für deine Gurtbänder. Gerade im Zusammenspiel mit den modifizierten Gurtbändern ein genialer Hack.
- Fixierung: Hake die Gurtbänder in diese D-Ringe ein, ziehe sie von oben über das Kajak und verzurre das Boot fest. Egal in welche Richtung du nun fährst, der Beach Rolly sitzt stabil unter dem Boot und macht auch vor der Treppenstufe nicht schlapp.

4. Trick: Abladen
Zum Absetzen des aufgebauten Bootes gehst du einfach in umgekehrter Reihenfolge vor: Löse die Gurte, hebe das Boot an der Spitze an und setze es vorsichtig neben dem Bootswagen ab. Auch hier gilt: Ist das Boot zu schwer, einfach ein paar Gepäckstücke kurzzeitig abladen.


II. Nutzung als Sackkarre: Packsack und Ausrüstung transportieren
Der Beach Rolly kann auch als Sackkarre genutzt werden, um das unaufgebaute Boot (im Packsack) und die gesamte Ausrüstung vom Auto/Zuhause zum Wasser zu transportieren.
5. Trick: Der Beach Rolly im ÖPNV und als Gepäckträger
Dank seiner robusten Bauweise und großen Räder kannst du das Equipment auf kürzere Strecken, zu Fuß oder auch problemlos im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) befördern.
- Transport des Gepäcks: Nutze die Sitzfläche des Rollys als stabile Basis. Platziere deinen Packsack und das gesamte „Gerümpel“ auf der Sitzfläche. Hier macht übrigens der riesige Ally Aufbewahrungssack eine ausgezeichnete Figur. In diesem „schwarzen Loch“ bekommt man spielend leicht Boot inklusive Tourengepäck verstaut.
- Sicherung: Spanne die gesamte Ladung mit den Gurtbändern ab, um sicherzustellen, dass auf dem Fußmarsch oder auch in Bus oder Bahn nichts verrutscht.

🛠️ Zusatz-Tipp: Dauerhafte Stabilität – Schrauben mit Loctite sichern
Der Beach Rolly besteht aus einem „Aluminiumrahmen, mit etwas Stoff bezogen“. Bei der intensiven Nutzung über Stock, Stein und die Bordsteinkante – oft mit 40 kg und mehr Beladung – wirken teils hohe Kräfte und das Material muss ordentlich arbeiten. Dabei kann es vorkommen, dass sich Schrauben im Laufe der Zeit lösen, was unterwegs natürlich der Supergau ist. Auf mehrtägigen Gepäcktouren, bei denen man auf den Bootswagen angewiesen ist, ist es also keine schlechte Idee einen passenden Inbusschlüssel in der Notfalltasche dabei zu haben.
Um das Lösen der Schrauben von Anfang an zu verhindern und wirklich sorgenfrei zu sein, empfehle ich, alle Schrauben einmalig mit einem Schraubensicherungsmittel (z.B. Loctite) zu behandeln. Das sichert die Verbindungen gegen Vibrationen und verhindert, dass sich der Wagen unerwartet im Gelände lockert oder zusammenfällt. Einmal angewendet, kannst du dich so langfristig auf deinen Beach Rolly verlassen.
📽️ Der Kajak-Transport anschaulich im Video
Du hast noch Fragen zur Nutzung des Bech Rollys als Kajakwagen? Dann schau dir das dazugehörige Video an. Alle Schritte sind dort im Detail gezeigt: (Natürlich darfst du auch gerne die Kommentarfunktion für weitere Fragen nutzen)
Damit bist du bestens für deinen nächsten Ausflug gerüstet! Ob kurzer Fußmarsch oder lange Strecke im ÖPNV – jetzt steht einer komfortablen An- und Abreise nichts mehr im Wege. Und auch das zu umkarrende Wehr sollte dir nun keine Kopfschmerzen mehr bereiten.
Ich wünsche allzeit viel Spaß auf dem Wasser und fröhliches Umkarren!
Ein wichtiger Teil deiner Ausrüstung!
Dieser Profi-Tipp zum Beach Rolly ist ein Detail-Ratgeber zu Schritt 3 (Ausrüstung) aus meinem 5-Schritte Kajak Start Guide.
Nutze den Guide als deinen roten Faden, um den vollen Überblick über Grundlagen der Bootskunde (Schritt 1), die Bootswahl (Schritt 2), gesetzliche Regeln (Schritt 4) und deine erste Tour (Schritt 5) zu behalten.
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